In diesen Kontexten können assistierte Entscheidungen einen Beitrag dazu leisten, die Selbstbestimmungsrechte von Menschen mit Demenz, resp. anderer Menschen mit eingeschränkter Einwilligungsfähigkeit, zu stützen und wahren, indem die Stellvertretungsfunktion Dritter zugunsten einer Assistenzfunktion verschoben wird.

Der Informationsdienst Altersfragen 4/2014 widmet sich in vier Beiträgen mit jeweiliger fachlicher Perspektive dem Thema assistierter Entscheidungen.

Thomas Klie, Jochen Vollmann und Johannes Pantel geben in ihrem Artikel „Autonomie und Einwilligungsfähigkeit bei Demenz als interdisziplinäre Herausforderung für Forschung, Politik und klinische Praxis“ einen Überblick über ihre wissenschaftlichen Überlegungen und Erkenntnisse bezüglich der Fähigkeit zur Selbstbestimmung und Einwilligungsfähigkeit von Menschen mit Demenz aus jeweils ethischer, rechtlicher und medizinischer Perspektive.

Julia Haberstroh und Frank Oswald ordnen in ihrem Beitrag „Unterstützung von Autonomie bei medizinischen Entscheidungen von Menschen mit Demenz durch bessere Person-Umwelt-Passung?“ den Informed-consent-Prozess in Modelle der ökologischen Gerontologie ein. Den Informed-consent-Prozess sehen sie als kontextabhängiges, kommunikatives Aushandlungsgeschehen, das durch ressourcenorientierte Kontextbedingungen (personale, soziale und räumlich-dingliche) positiv unterstützt werden kann.

Die beiden Beiträge von Peter Winterstein und Klaus Lachwitz geben einen Einblick in aktuelle politische und rechtspraktische Entwicklungen und Diskussionen, insbesondere in die Kontroverse, ob das deutsche Betreuungsrecht mit den Anforderungen der UN-Behindertenrechtskonvention vereinbar ist.