Seit dem Erscheinen im Juni 2011 hat die Onlineversion des DJI-Handbuchs Pflegekinderhilfe laut Dr. Heinz Kindler, Leiter der DJI-Fachgruppe Familienhilfe und Kinderschutz, mehr als eine Million Zugriffe von Nutzerinnen und Nutzern zu verzeichnen.

Das umfang- und inhaltsreiche Handbuch ist in Kooperation des Deutschen Jugendinstituts (DJI) mit dem Deutschen Institut für Jugendhilfe und Familienrecht (DIJuF) entstanden und mittlerweile zu einem Standardwerk der Pflegekinderhilfe avanciert.
Die kostenfrei zugängliche Volltextfassung des Handbuchs steht auf der DJI-Projektwebseite Pflegekinderhilfe zum Download bereit.

Die große Resonanz des Handbuchs erklären sich die Herausgeber/innen Dr. Heinz Kindler (DJI), Elisabeth Helming (DJI), Dr. Karin Jurczyk (DJI) und Dr. Thomas Meysen (DIJuF) u.a. durch den dreifachen Mehrwert der Publikation: Sie bietet erstens umfangreiche Forschungsergebnisse zur Situation und Entwicklung von Pflegekindern, zweitens einen fundierten Forschungsüberblick zu Hintergrund- und Praxisfragen in der Pflegekinderhilfe und drittens Empfehlungen für ganz konkrete Praxisanforderungen, beispielsweise zu Rückführungen.
„Rückführungen qualifiziert zu prüfen, zu fördern und zu begleiten ist nach wie vor eine große Herausforderung“, weiß Diplompsychologe Kindler.

Rund 65.000 Kinder leben in Deutschland über kürzere Zeit oder auch mehrere Jahre, mitunter bis zur Volljährigkeit, in Pflegefamilien. Die Konstellation Pflegekind, Herkunftseltern, Jugendamt und Pflegefamilie/Pflegeeltern stellt an alle Beteiligten hohe Anforderungen. „Wichtig ist eine angemessene Unterstützung von besonders problembeladenen Pflegekindern in Bezug auf ihre psychische Gesundheit, soziale Teilhabe und ihren Bildungserfolg“, so Herausgeberin Elisabeth Helming. Das beginnt mit einer systematischen Einschätzung der individuellen Bedürfnisse von Pflegekindern und der Perspektivklärung am Anfang der Inpflegegabe. Das Handbuch liefert hier einen Vorschlag, wie ein Bedürfnisprofil von Kindern erstellt werden kann.
Thematisiert werden u.a. zudem: die qualifizierte prozesshafte Begleitung und Beratung von Pflegeeltern und -kindern, die dazu beiträgt, Pflegeverhältnisse zu stabilisieren und Kontinuitäten im Leben von Pflegekindern zu sichern, eine in Deutschland überfällige konzeptionelle Gestaltung und strukturelle Verankerung von Herkunftselternarbeit sowie eine Forschungsübersicht zu Wirkungen von Umgangskontakten.

Das Fazit der Herausgeber/innen des Handbuchs Pflegekinderhilfe lautet: „Auf der Tagesordnung stehen muss eine generelle Stärkung der Pflegekinderhilfe in Deutschland, mit Blick auf den quantitativen Ausbau im Verhältnis zur Heimerziehung ebenso wie hinsichtlich der qualitativen Weiterentwicklung“.