"Insbesondere in der Behandlung von Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen könnte ein besseres Verständnis der Wechselwirkungen zwischen Zellen und umgebenden Gewebestrukturen neue Therapieansätze ermöglichen", erklärt Projektleiter Prof. Dr. Stefan Linder, Institut für Medizinische Mikrobiologie, Virologie und Hygiene des UKE. Das Projekt T3Net, dessen Laufzeit auf vier Jahre festgelegt wurde, wird sich in mehrere Teilprojekte untergliedern. Am UKE werden die Ergebnisse der Grundlagenforschung zusammengeführt und inhaltlich verknüpft. Ein Schwerpunkt liegt auch auf der Ausbildung junger Wissenschaftler.

Das Verbundprojekt wird innerhalb des 7. Forschungsrahmenprogramms der Europäischen Kommission im Rahmen eines "International Training Networks" unterstützt. Bei dieser speziellen Förderform schließen sich Partner aus verschiedenen Ländern zu Konsortien zusammen. T3Net wird dazu beitragen, dass die EU ihre Führungsrolle auf diesem innovativen Gebiet biomedizinischer Forschung weiter ausbaut.

Zu den Partnerinstitutionen des UKE zählen die St. Radboud Universität Nijmegen (Niederlande), das Institut National de la Santé et de la Recherche Médicale (Frankreich), das Weizmann Institute of Science (Israel), Excellness Biotech SA (Schweiz), das King’s College London (Grossbritannien), die École Normale Supérieure Lyon (Frankreich) und das Consorzio Mario Negri Sud (Italien). Bei regelmäßig stattfindenden Kongressen werden die Wissenschaftler einmal im Jahr zusammentreffen und aktuelle Ergebnisse diskutieren.

Bereits im Herbst 2008 hatte sich das Team um Linder um eine Förderung des Projekts durch die EU beworben. Der Bewilligungsprozess dauerte mehr als ein Jahr. "Wir sind sehr glücklich, dass es nun geklappt hat", sagt Linder. Von den 2,9 Millionen Euro, die insgesamt für das Projekt bewilligt wurden, stehen dem UKE rund 600.000 Euro zur Verfügung. Das Geld soll einerseits in die Forschung fließen und andererseits für das Projektmanagement verwendet werden.
(idw, 01/2010)