Anlässlich des am Mittwoch kommender Woche stattfindenden 1. Nationalen Schmerzforums weist der Präsident der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V darauf hin, dass mehrere Millionen Bürgerinnen und Bürger in Deutschland chronische Schmerzen haben. Allein die volkswirtschaftlichen Kosten chronischer Schmerzen (direkte Kosten wie Behandlung, Rehabilitation, Medikamente sowie indirekte Kosten durch vorzeitige Verrentung oder Arbeitsunfähigkeit) belaufen sich gemäß der Bundesregierung (vgl. BT-DS 17/14631) auf bis zu 38 Mrd. Euro.

„Statt vieler unkoordinierte Einzelschritte ist es an der Zeit, dass alle Akteure ihre Kräfte bündeln, um die große Fehl- und Unterversorgung der Bevölkerung bei Schmerzen zu beenden und unnötiges Leid zu lindern.“, so Prof. Dr. Dr. Thomas R. Tölle, Präsident der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V. „Wir sind froh, dass erstmalig in Deutschland nun über 60 prominente Vertreter der maßgeblichen Verbände und Institutionen des Deutschen Gesundheitswesens am 17. September 2014 in Berlin auf dem 1. Nationalen Schmerzforum den Status-Quo der schmerzmedizinischen Versorgung in Deutschland und notwendige Verbesserungen erörtern. Und: Die betroffenen Bürger und Patienten sind die ganze Zeit am Tisch des Schmerzforums mit dabei, denn die Bürger-, Patienten- und Versichertensichtweise ist uns wichtig, und zwar von Beginn an. Das Gesundheitswesen ist für die Patienten da – und nicht umgekehrt, wie oftmals kritisiert.“, so die Deutsche Schmerzgesellschaft, auf deren Einladung und Initiative das 1. Nationale Schmerzforum stattfindet. Es wird im Anschluss die jeweiligen Themenstellungen vertiefen und jährlich tagen, um die Fortentwicklungen zu erörtern.

„Ein großes Problem ist, dass die Menschen lange umherirren müssen, bevor der Zugang zu einer geeigneten Schmerztherapie erfolgt“, so Prof. Dr. Dr. Thomas R. Tölle, Präsident der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V. „Die Selbstverwaltung, aber auch Bund und Länder müssen an einem Strick ziehen, um hier Verbesserungen zu erzielen.“, betont Tölle.

Beispiel Krankenhaus (vgl. HTA-Bericht 126): „Es darf nicht länger sein, dass der überwiegende Teil der Patienten nach Operationen im Durchschnitt schlecht versorgt ist und an vermeidbaren Schmerzen leidet. Deshalb sollten die Länder die Qualität und die Strukturen der Schmerzversorgung am Krankenhaus bei der Landeskrankenhausplanung berücksichtigen und gemeinsam mit den Vertragspartnern Verbesserungen erzielen“, fordert die Deutsche Schmerzgesellschaft. Auch müssen Krankenhäuser in die Lage versetzt werden, ausreichende Angebote auch für chronische Schmerzpatienten vorzuhalten, die multimodale Therapie erfordert interdiziplinäre Behandlungsteams, die derzeit in viel zu wenig Kliniken vorgehalten werden können. Oftmals ist zudem die „schnelle Operation“ (z.B. bei Rückenschmerzen) lukrativer als die eigentlich nötige multimodale Schmerztherapie, bei der auch Psychologen und Physiotherapeuten sowie der Patient selber aktiv einbezogen werden.

In Richtung der ambulanten Bedarfsplanung niedergelassener Praxen richtet die Deutsche Schmerzgesellschaft die Erwartung an die Kassenärztlichen Vereinigungen, sicherzustellen, dass Kassenarztsitze mit schmerztherapeutischer Ausrichtung bei altersbedingten Ausscheiden ausschließlich von Ärzten besetzt werden, die entsprechende spezielle Kenntnisse haben. Anderenfalls droht eine weitere Ausdünnung der ambulanten Versorgungslandschaft. Zudem ist die Rolle der Schmerztherapie innerärztlich aufzuwerten und zu fördern.

Einen wichtigen Schwerpunkt wird das 1. Nationale Schmerzforum zudem auf Fragen der Versorgungsforschung sowie auf ethische Aspekte bzw. die Patienten- und Nutzersicht legen. „Wir hoffen“, so Prof. Tölle, „dass bei der Arbeit des neuen Qualitätsinstituts auch „Schmerz“ eine vertiefte Beachtung findet, Patientenbefragungen ausgebaut und spezifische Qualitätsdaten mehr als bisher erhoben und auch analysiert werden. Der zusätzliche Aufbau eines Nationalen Schmerzregisters ist nötig und sollte koordiniert angegangen werden. Darüber hinaus bieten die geplanten strukturierten Behandlungsprogramme (z.B zu Rückenschmerzen) Chancen und müssen solide wissenschaftlich fundiert und evaluiert werden.“

„Zudem sollte der Gesetzgeber sicherstellen, dass „chronischer Schmerz“ für die geschädigten Patientinnen und Patienten auch bei der Bemessung des Grads der Behinderung (GdB) bzw. Grades der Schädigung (GdS) zu berücksichtigen ist. Gegenwärtig ist dies nur eine unverbindliche „Kann-Regelung“ der Versorgungsmedizin-Verordnung (VersMedV). Viele Patientinnen und Patienten fühlen sich hier zusätzlich zu ihren ohnehin schon belastenden Grunderkrankungen und Schmerzen auch gesellschaftlich schlechter gestellt. Fragen der Verbraucherinformation über Strukturen und Qualität der Versorgung, aber auch der Bürgerinformation zu Möglichkeiten der Schmerzvermeidung sollten in Ergänzung der zuvor genannten Punkte zudem im Rahmen einer Bund-Länderarbeitsgruppe aufgegriffen werden. Ein offizieller von Bund und Ländern getragener Aktionsplan gegen den Schmerz ist nötig“, so der Präsident der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V, auf deren Initiative hin das 1. Nationale Schmerzforum erstmalig tagt.

Hören und erleben Sie live vor Ort die Einschätzungen/Beratungen von Experten wie:
Dr. Andreas Gassen, Josef Hecken, Ulrich Weigelt, Dr. Martina Wenker, Prof. Dr. Jürgen Windeler, Prof Dr. Wolf-Dieter Ludwig, Prof. Dr. Joachim Szecsenyi, Prof. Dr. Edmund Neugebauer, Ingo Kailuweit, Prof. Gerd Glaeske, Prof. Dr. Andreas Straube, Dr. Stefan Etgeton, Prof. Ursula Lehr, Dr. hc. Jürgen Gohde, Hannelore Loskill, Birgit Fischer, Ute Repschläger, Hilde Mattheis MdB, Maria Klein-Schmeink MdB u.a.

Ort: Spreebogen Hotel Abion Berlin, Alt-Moabit 99, 10559 Berlin
Datum: 17. September 2014 von 12:00 – 17:00 Uhr, Begrüssungskaffee und Pressebilder ab 11:30 Uhr

Gerne laden wir Sie als Medien-/Agenturvertreter oder Vertreter einer Pressestelle zur Teilnahme und Berichterstattung ein!

Nehmen Sie berichterstattend teil, registrieren Sie sich gleich heute unter Email: presse@dgss.org

Die Foto-Dokumentation während der Tagung erfolgt durch Herrn Lopata, die Bild-Dateien stehen nach Absprache zeitnah für Sie kostenlos in einem speziellen Downloadbereich zur Verfügung.

Das vollständige Programm finden Sie in der Anlage sowie auf der Homepage www.dgss.org
Die Konferenz gliedert sich in folgende Themenfelder:
• Strukturen der Versorgung, Koordination, Vertragslandschaft
• Transparenz, Qualität und Qualitätssicherung
• Gesundheitspolitischer Rahmen in Bund, Ländern und Kommunen
• Versorgungsforschung, spezifische Versorgungsprobleme
• Wissenschaft, Aus-/Fort- und Weiterbildung
• Ethik, Verbraucher, Patienten, Bürgerinformation

Ansprechpartener für die Presse:
Thomas Isenberg, Geschäftsführer der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V.
presse@dgss.org , www.dgss.org sowie Telefon: 030-39409689-0, Fax: 030-39409689-9
Deutsche Schmerzgesellschaft e.V, Bundesgeschäftsstelle, Alt-Moabit 101 b, 10559 Berlin

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PROGRAMM

1. Nationales Schmerzforum
am 17. September in Berlin

12:00 Uhr Begrüßung
Prof. Dr. Dr. Thomas R. Tölle, Präsident der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V.

12:05 Uhr Beschluss des 117. Deutschen Ärztetags zur Schmerzmedizinischen Versorgung
Dr. Martina Wenker, Vizepräsidentin der Bundesärztekammer

12:15 Uhr Statement des Bundesgesundheitsministeriums *angefragt

12:30 Uhr Themenfeld „Strukturen der Versorgung, Koordination, Vertragslandschaft“
+Josef Hecken, Vorsitzender Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA)
+Ulrich Weigeldt, Bundesvorsitzender Deutscher Hausärzteverband
+Thomas Bodmer, Mitglied des Vorstands der DAK – Deutsche Angestellten Krankenkasse
+Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender Kassenärztliche Bundesvereinigung
+Dr. Reinhard Thoma, Sprecher der Ad-hoc-Kommission Versorgungsfragen der Deutschen Schmerzgesellschaft
+und weitere Diskutanten

13:30 Uhr Themenfeld „Transparenz, Qualität und Qualitätssicherung“
+Prof. Dr. Joachim Szecsenyi, Geschäftsführer AQUA-Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen
+Prof. Dr. Jürgen Windeler, Präsident IQWIG – Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen
+Prof. Dr. Wolf-Dieter Ludwig, Vorsitzender Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft
+Franz Wagner, Vizepräsident Deutscher Pflegerat
+Dr. Sabine Antonioli, Leitende Ärztin MDK im Freistaat Sachsen e.V., Medizinischer Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen e.V. (MDS)
+und weitere Diskutanten

14:30 Uhr Themenfeld „Gesundheitspolitischer Rahmen in Bund, Ländern und Kommunen“
+Hilde Mattheis MdB, Gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag
+Maria Klein-Schmeink MdB, Gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion Bündnis 90/Grüne im Deutschen Bundestag
+Jörg Freese, BeigeordnerterDeutscher Landkreistag
+Thomas Barta, Vertreter der Gesundheitsministerkonferenz der Länder (GMK/AOLG), Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz Brandenburg
+und weitere Diskutanten

15:30 Uhr Themenfeld: „Versorgungsforschung, spezifische Versorgungsprobleme“
+Prof. Dr. Edmund Neugebauer, Vorsitzender Deutsches Netzwerk Versorgungsforschung e.V.
+Prof. Dr. Andreas Straube, PräsidentDeutsche Migräne und Kopfschmerzgesellschaft
+Dr. Fritjof Bock, Vorstand Interdisziplinäre Gesellschaft für orthopädische/unfallchirurgische und allgemeine Schmerztherapie, IGOST
+und weitere Diskutanten

16:15 Uhr Themenfeld: „Wissenschaft, Aus-/Fort- und Weiterbildung“
+Prof. Dr. Rolf-Detlef Treede, Vizepräsident Arbeitsgemeinschaft Wissenschaftlich Medizinische Fachgesellschaften
+PD Dr. Regine Klinger, Präsidentin Dt. Ges. Psychl. Schmerzforschung
+Timo Harfst Bundespsychotherapeutenkammer
+Prof. Dr. Andreas Büscher, Wissenschaftlicher Leiter Deutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP)
+Dagmar Seeger, Sprecherin des AK Schmerz und Bewegung der Deutschen Schmerzgesellschaft
+und weitere Diskutanten

Permanente Querschnittsaspekte aller fünf Themenstränge:
„Ethik, Verbraucher, Patienten, Bürgerinformation“
+Hannelore Loskill, stellv. Bundesvorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe von Chronisch Kranken und ihren Angehörigen e.V.
+Heike Norda, Stellvertretende Vorsitzende SchmerzLOS e.V – Vereinigung aktiver Schmerzpatienten
+Lucia Gnant, Vorsitzende der MigräneLige e.V.
+Kai Helge Vogel, Leiter Gesundheit Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.
+Dr. Stefan Etgeton, Senior-Expert Bertelsmann-Stiftung
+Dr. Andrea Dörries, Direktorin Zentrum für Gesundheitsethik a.d. Evangel. Akademie Loccum
+Dr. h.c Jürgen Gohde, Vorstandsvorsitzender KDA
+Prof. Dr. Ursula Lehr, Vorsitzende Bundesarbeitsgemeinschaft Seniorenorganisationen e.V. – BAGSO

17:00 Uhr Schlusswort & Fazit
+Prof. Dr. Dr. Thomas R. Tölle, Präsident der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V.
+Prof. Dr. Michael Schäfer, Designierter Präsident der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V.

Moderation: Lisa Braun & Thomas Isenberg

Weitere zugesagte Diskutanten u.a.:
•Ralf Heyder, Generalsekretär Verband der Universitätsklinika Deutschlands
•Bernd Decker, Präsidiumsmitglied Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands e.V.
•Dr. Anne Rose, Deutsche Rentenversicherung Bund
•Dr. Ursula Marschall, Leitung Kompetenzzentrum Medizin und Versorgungsforschung, Barmer GEK
•Dr. Hubert Schindler, VDEK – Verband der Ersatzkassen
•Prof. Dr. Frank Petzke, Vorsitzender CERTKOM e.V.
•Prof. Dr. Winfried Meißner, Leiter Projekt QUIPS – Qualitätsverbesserung in der postoperativen Schmerztherapie
•Prof. Dr. Hans-Raimund Casser, Präsidiumsmitglied Deutsche Schmerzgesellschaft und Mitglied der Kommission KEDOQ-Schmerz
•Prof. Dr. Gerd Glaeske, Leiter der Abteilung Arzneimittelforschung, Zentrum für Sozialpolitik, Universität Bremen
•Prof. Dr. Toni Graf-Baumann, Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Schmerztherapie (DIVS)
•Birgit Fischer, Vorstand VFA – Verband Fortschende Arzneimittelindustrie
•Dr. Norbert Gerbsch, stellv. Hauptgeschäftsführer BPI – Bundesverband der Pharmaz. Industrie
•Ingo Kailuweit, Vorsitzender Kaufmännische Krankenkasse (kkh)
•Dr. Norbert Loskamp, Verband der Privaten Krankenversicherung
•Knut Lambertin, Referatsleiter Gesundheitspolitik Deutscher Gewerkschaftsbund
•Dr. Helga Seel, Geschäftsführerin Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation e. V.
•Axel Mertens, stellv. Geschäftsführer Deutsche Krankenhausgesellschaft
•Dr. Gerhard Timm, Geschäftsführer, Bundesarbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrtspflege
•Prof. Dr. Jürgen Osterbrink, Aktionsbündnis schmerzfreie Stadt Münster
•PD Dr. Matthias Schuler, Sprecher AK Alter und Schmerz der Deutschen Schmerzgesellschaft
•PD Dr. Friedrich Ebinger, Sprecher AK Kinder und Schmerz der Deutschen Schmerzgesellschaft
•Dr. Thomas Ziese, Leiter Gesundheitsberichterstattung Robert Koch-Institut
•Hans-Holger Bleß, Bereichsleiter Versorgungsforschung IGES
•Prof. Dr. Friedemann Nauck, Direktor der Klinik für Palliativmedizin, Universitätsmedizin Göttingen
•Dr. Andreas Kopf, Sprecher Kommision Studienordnungen der Deutschen Schmerzgesellschaft
•Tabea Schmidt-Ott, stellv. Bundeskoordinatorin für Med. Ausbildung 2014/2015 BV Medizinstudier. …BVMD
•Ute Repschläger, Vorsitzende Bundesverband selbstst. Physiotherapeuten e. V.
•Prof. Dr. Joachim Thiery, Vorstandsmitglied Medizinischer Fakultätentag der Bundesrep. Deutschland e. V.